Die neue DIN EN 1090

Spitzentreffen zwischen DIBt und Bundesverband Metall 

Am 27. Januar kam es zu einem Spitzengespräch zwischen dem Deutschen Institut für Bautechnik und dem Bundesverband Metall. Der Präsident des DIBt Gerhard Breitschaft und Peter Mader, Präsident des BVM, hatten ihre Experten mitgebracht. BVM-Hauptgeschäftsführer RA Thomas Fleischmann, der BVM-Norm-Experte Dipl.-Ing. Karsten Zimmer, Kerstin Abend, DIBt-Justiziarin, die für die Anerkennung von Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstellen als Voraussetzung für die Notifizierung  zuständige Referatsleiterin Dipl.-Ing. Heidelinde Fiege und Dr.-Ing. Karsten Kathage, Leiter des Referates Metallbau, waren am Tisch.

Die Umsetzung der Norm DIN EN 1090, die am 17. Dezember im Amtsblatt der Europäischen Union mit einer Übergangsfrist von 1,5 Jahren veröffentlicht wurde, setzt nicht nur Metallbauer unter Zeitdruck, sondern auch die Institutionen und Dienstleister, die als Zertifizierer und Überwacher der werkseigenen Produktionskontrolle tätig werden sollen. In dem Gespräch zwischen der BVM-Spitze und dem DIBt ging es unter anderem um die Frage, ob die Übergangsfrist (Koexistenzphase) von 1,5 Jahren ausreichend sei und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um alle Metallbetriebe in die Lage zu versetzen, auch in Zukunft im Geltungsbereich der harmonisierten Norm normgerecht tätig sein zu können.

Die DIN EN 1090 verlangt von allen Metallbaubetrieben, die im Geltungsbereich der harmonisierten Norm tätig sind, eine werkseigene Produktionskontrolle und ihre Zertifizierung. Auch die Metallbauer, die bisher im Bereich der Herstellerqualifikation Klasse A nach DIN 18800-7 gearbeitet haben, müssen daher bis zum 01.07.2012 die werkseigene Produktionskontrolle zertifizieren lassen, um normgerecht zu arbeiten. Verkürzt gesprochen: Zukünftig wird für (fast) alle Metallbauer die neue europäische Norm zum Grundgesetz. Darauf reagiert der BVM mit einer Informations- und Beratungsinitiative.

Für das DIBt und das Metallhandwerk ist es zurzeit besonders wichtig, dass die Notifizierung (von Zertifizierern und Überwachern) vorangeht. Ende Januar hatten gerade einmal drei Stellen die erforderlichen Nachweise für die Anerkennung und Notifizierung dem DIBt vorgelegt. Weitere müssen folgen. Angesichts der großen Zahl an Unternehmen äußern viele Experten Zweifel daran, dass die flächendeckende Zertifizierung in nur 1,5 Jahren machbar ist. Nicht zuletzt wegen der großen Unterschiede der alten nationalen zur neuen europäischen Norm kommt eine Verlängerung nicht in Betracht. Weiter machten die BVM-Repräsentanten deutlich, wie wichtig aus Wettbewerbsgründen eine Überwachung der Norm in der Praxis sei. Das Gespräch zwischen dem DIBt und dem BVM wurde von beiden Seiten konstruktiv bewertet.



Kontakt

Dipl.- Ing. Karsten Zimmer
Bundesverband Metall
Vereinigung Deutscher Metallhandwerke
Ruhrallee 12
45138 Essen
Tel: +49(0)201 89619 15
E-Mail: karsten.zimmer@metallhandwerk.de

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