DIN EN 1090: Was kommt auf kleine Metallbetriebe zu?
Interview mit Dipl.-Ing. Heiko WieneckeDipl.-Ing. Heiko Wienecke vom Ingenieurbüro für Schweißtechnik in Griebenstein arbeitet schon seit längerem mit dem Bundesverband Metall zusammen und weiß, wovon er redet: Als Ein-Mann-Büro muss er sich selber Tag für Tag organisieren. Der Experte für Schweißtechnik und Normung kennt sich mit der DIN EN 1090 sehr gut aus und hat ein spezielles Musterhandbuch für Kleinbetriebe erarbeitet, das alle Besucher der Informationsveranstaltungen zu einem extrem günstigen Preis erwerben können.
Herr Wienecke, ist die Zertifizierung für einen Kleinstbetrieb überhaupt machbar?
Ich kann verstehen, dass manch ein Metallbauer jetzt verunsichert ist. Die Norm selber ist vom Umfang her beängstigend. Aber glauben Sie mir: Es ist möglich, die Anforderungen im Bereich der Ausführungsklasse 1 so passend zu machen, dass auch Kleinstbetriebe und Ein-Mann-Unternehmen damit umgehen können. Die Einführung der Norm ist mit überschaubaren Aufwand und zu erträglichen Kosten zu schaffen und meiner Meinung nach sogar hilfreich. Es ersetzt die Zettelwirtschaft, die mir manchmal begegnet, und hilft, die Anforderungen zu bewältigen, denen man sich im baurechtlichen Bereich ab Mitte 2012 stellen muss.
Was konkret kommt auf die Betriebe zu?
Wer auch in Zukunft im bauaufsichtlichen Bereich tätig sein möchte, für den ist die Schweißerprüfung unverzichtbar. Für Meister, die sich fachlich immer auf dem Laufenden gehalten haben und ihr Handwerk verstehen, mag das ärgerlich sein. Aber es führt kein Weg daran vorbei. Für alle, die lange keine Fortbildung mehr gemacht haben, ist es dringend erforderlich und nur nützlich. Das Thema werkseigene Produktionskontrolle ist weniger dramatisch, als es sich anhört. Diese Anforderung lässt sich auf wenige Elemente herunter brechen, die wirklich notwendig sind. Am Ende landen wir bei 5-6 Seiten Betriebsbeschreibung und zwei oder drei Formularen für die Dokumentation. Diese Dokumentation dient der Sicherheit am Bau und der Absicherung der Unternehmen für den Fall, dass es zu Gewährleistungsproblemen kommt oder am Bau etwas schief geht.
Was haben Ihrer Meinung nach die Unternehmen davon, außer Arbeit und Kosten?
Bei diesen Normen geht es um die Sicherheit am Bau und sie hilft bei der Organisation und Dokumentation des betrieblichen Alltags. Was die Kosten betrifft: Die sind meiner Meinung nach darstellbar. Die Metallbetriebe tun gut daran, die Preise der Zertifizierer zu vergleichen. Wettbewerb tut auch im Berater- und Zertifizierungsmarkt gut. Meine Musterbücher erhalten die Besucher der Informationsveranstaltungen des Metallverbandes für 95 Euro. Die Betriebe können aus dem Musterbuch alles rausstreichen, was sie nicht brauchen und haben zum Schluss nur noch eine wenige Seiten umfassende Betriebsbeschreibung und ein Handvoll Checklisten, mit denen sie im Alltag umgehen müssen.
Foto links: Dipl.-Ing. Heiko Wienecke; Foto rechts: Infoveranstaltung des BVM in München
Kontakt
Dipl.-Ing. Karsten Zimmer
Bundesverband Metall
Vereinigung Deutscher Metallhandwerke
Ruhrallee 12
45138 Essen
Tel: +49(0)201 89619 15
E-Mail: karsten.zimmer@metallhandwerk.de
Die Imagekampagne des Deutschen Handwerks: Metall ist dabei mehr>


