Überflieger - dem Himmel sehr nah.
Maschinenbauer kommen (fast) überall hin.Nicht nur böse Mädchen kommen überall hin. Manchmal gilt das auch für Handwerksmeister. Zumal die Ausbildung zum Maschinenbauer ist, öfter als in der Öffentlichkeit bekannt, Ausgangspunkt für erstaunliche Berufsbiographien und Karrieren. Josef Trendelkamp, Feinwerkmechaniker-Meister aus dem münsterländischen Nordwalde, hat sein Weg inzwischen bis nach Kalifornien, mitten ins Herz der Weltraumforschung, geführt. Seit letztem Jahr ist er Teil des wissenschaftlichen Teams, das das ehrgeizige SOFIA-Projekt mit auf den Weg bringt.
Auf Lehre, Gesellenjahre und Meisterprüfung wagte der Nordwalder das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Bremen. Dass er kein Abitur hatte, erzählt der 26jährige, bedeutete zwar, dass er während des Grundstudiums manches nacharbeiten musste. In vielen technischen Disziplinen hatte er seinen Kommilitonen aber etwas Wertvolles voraus: Wenn er auslegte und konstruierte, wusste er genau, wo die Probleme in der Umsetzung liegen und er kann – dies ist bei der Optimierung von Maschinen und Systemen besonders nützlich – wichtige Einzelteile selber fertigen.
SOFIA ist eine umgebaute Boing 747 SP, die diesen Sommer erstmals auch Wissenschaftler mit an Bord nehmen wird, die nicht zum Entwickler-Team gehören. Erste Fotos, die 2010 bei wissenschaftlichen Flügen gemacht und Anfang des Jahres veröffentlicht wurden, begeisterten die „Scientific Community“. Das Flugzeug, das bis zu 14.000 m hoch steigt, hat ein Spezialteleskop von 2,7 m Durchmesser an Bord und leistet als „vorgeschobener Beobachterposten“ seinen Beitrag zur Erforschung des Weltalls. Bei diesem deutsch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekt ist die deutsche Seite unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt für die Herstellung und das Funktionieren des Teleskops verantwortlich. Das Hightech-Auge hat 2,7 m Durchmesser und kann Wärmestrahlen aus dem Weltall auffangen. Solche Infrarotaufnahmen sind nur oberhalb der Erdatmosphäre möglich, weil Wasserdampf die Aufzeichnung von Wärmestrahlen vom Boden aus behindert. Infrarotaufnahmen machen das Geschehen im Weltall - z.B. die Geburt und den Tod von Sternen und die Veränderungen im Innersten der Milchstrasse - aus einer physikalisch einmaligen Perspektive sichtbar und ermöglichen neue Erkenntnisse über die Geschichte unserer Galaxie und über das Geschehen im Weltall.SOFIA, das Stratosphären-Observatorium für Infrarot- Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der University Space Research Association (USRA).
Als Josef Trendelkamp seine Lehre als Maschinenbauer begann, ahnte er noch nicht, dass ihn sein Weg ans Deutsche SOFIA Institut in Kalifornien führen würde. Jetzt ist er am NASA Dryden Flight Research Center im Bereich «Telescope Engineering & Design» mit Kollegen für die Weiterentwicklung und Optimierung des SOFIA-Teleskops mit verantwortlich. Der Luft- und Raumfahrtingenieur liebt diese Arbeit. Von den USA und dem Team, mit dem er zusammenarbeiten darf, ist er restlos begeistert. Wenn alles gut geht, wird er noch ein paar Jahre in den USA bleiben.
Seine Ausbildung hält Josef Trendelkamp noch nicht für beendet. Sein nächstes Ziel ist der Master of Business Administration, um auf die Zukunft bestmöglich vorbereitet zu sein und eines Tages auch Führungsaufgaben übernehmen zu können. Die Faszination Raumfahrt, da ist sich Josef Trendelkamp heute schon sicher, wird ihn auch in Zukunft nicht mehr loslassen.
Foto links: Maschinenbauer Josef Trendelkamp beim Deutschen Sofia-Institut in Kalifornien; Foto rechts: Spezialteleskop kann Wärmestrahlen aus dem Weltall auffangen
Kontakt
Karlheinz Efkemann
Bundesverband Metall -
Vereinigung Deutscher Metallhandwerke
Ruhrallee 12
45138 Essen
Tel: +49(0)201 89619 14
E-Mail: karlheinz.efkemann@metallhandwerk.de
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