Goldene Kugel auf dem Wasser

James Lee Byars Traum aus der Kunstschmiede Sebastian Hoppen

Besucher, die ab dem 7. September das Schloss Benrath besuchen, werden ihren Augen nicht trauen. Eine goldene Kugel, die den stattlichen Durchmesser von drei Metern hat, wird auf dem Schlossweiher schwimmen. Ihre widernatürliche Leichtigkeit erhält das Objekt durch eine für die Besucher unsichtbare Unterkonstruktion, die vom Wasser verdeckt wird. Das vergoldete Objekt wirbt für die Ausstellung "James Lee Byars - The Perfect Axis", die anläßlich der Quadrienale 2010 im Schloss Benrath vom 11. September 2010 bis zum 16. Januar 2011 zu sehen ist. Ihre Herstellung wurde zu Ehren des Künstlers von der Stiftung Schloss Benrath in Auftrag gegeben. Die Kugel steht für den Wunsch des 1997 in Kairo verstorbenen amerikanischen Künstlers "James Lee Byars" nach der perfekten Form.

Hergestellt und vergoldet wurden die Kugel und die Unterkonstruktion von Metallgestalter Sebastian Hoppen, der in Dattenberg am Rhein eine bundesweit renommierte Kunstschmiede betreibt und im Rheinland inzwischen in über 500 Klöstern und Kirchen mit Restaurations- und Schmiedearbeiten tätig war. Wir haben nachgefragt, wie ein solch vollkommenes Objekt in die Welt kommt.

Herr Hoppen, wie stellt man so viel Vollkommenheit her?

Wir haben Stahl in Segmenten gebogen und gewalzt, eine Kugel geschweißt und anschließend geschliffen. Diese Stahlkugel wurde mit Glasfaser bespannt und mit Aluminiumfüller abgespritzt und danach geschliffen und poliert. Wir haben eine Schablone hergestellt, in der die Kugel lief, so dass wir die Rundung auf den Millimeter genau herstellen konnten. Das war erst im letzten Arbeitsgang möglich.

Wie haben sie diese perfekte, glänzende Oberfläche hergestellt?

Wir haben eine siebenfache Grundierung aufgebracht und die Kugel dann zwei Mal  vergoldet. Der perfekte Glanz wurde auch möglich, weil die 13.000 Blatt Blattgold extra für uns aus einem Goldbarren hergestellt wurden, so dass alle Blätter aus der gleichen Legierung - 24 Karat Turmgold - kommen.

Wie wird Blattgold hergestellt und wie dick ist es?

Es gibt wahrhaft keinen Stoff, der so dünn verarbeitet werden kann wie Gold. Das 24 Karat Blattgold hat einen Feingoldgehalt von 999,9 und ist zwischen 1/8000 und 1/10000 Millimenter dick. Der Durchmesser eines Haares ist über 500mal dicker. Aus einem Gramm Gold kann man so viel Blattgold, herstellen, dass man eine kleine Wand damit vergolden kann. Die Herstellung von Blattgold geschieht mit Hilfe von Leder. Das Gold wird erst gewalzt und zum Schluss von Hand zwischen Leder so lange geschlagen, bis es so unvorstellbar dünn ist.

Wie lange haben Sie der Kugel gearbeitet?

Wir haben rund zwei Monate gebraucht, zehn meiner Mitarbeiter haben an der Herstellung gearbeitet.

Finden Sie es schade, wenn dieses vollkommene Objekt  Ihre Werkstatt verlässt?

Gar nicht. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich darauf, wenn die Kugel auf dem See strahlt. Das Schloss ist eine phantastische Kulisse für dieses Objekt und es ist wunderbar, wenn alle Menschen etwas davon haben.

Wo glänzt die Kugel ab Mitte Januar, wenn die Ausstellung vorbei ist?

Das ist nicht entschieden. Es könnte sein, dass sie versteigert wird. Aber es gibt auch Interessenten, die sich schon gemeldet haben und die Kugel gerne bei sich aufstellen möchten. Das ist eine Entscheidung der Stiftung.

Kontakt
Sebastian Hoppen GmbH
53547 Leubsdorf
Tel.: +49(0)2644 96 14 0
E-Mail: info@hoppen.de
www.hoppen.de

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