Den Fuß in der Tür haben ...
Baden-Württemberg geht mit Bildungspartnerschaften voran.Rainer Schauder vom Unternehmerverband Metall in Stuttgart ist optimistisch. Die Bildungspartnerschaft zwischen der Metallinnung Stuttgart und der Grund- und Hauptschule Stuttgart Plieningen, die Anfang Dezember offiziell startet, bietet ausgezeichnete Chancen. Die Metallberufe sollen während der Berufsorientierungsphase bei Schülern, Lehrern und Eltern in Zukunft stärker präsent sein.
Baden-Württemberg geht seit 2009 in Sachen Berufsorientierung einen spannenden Weg: Unter dem Motto „Eine Partnerschaft für jede Schule“ verpflichtet das Land alle Schulen, sich der real existierenden Berufswelt anzunähern. Jede Schule muss eine Bildungspartnerschaft mit Unternehmen oder Unternehmensverbänden, z.B. Innungen, eingehen.
Die Bildungspartnerschaft der Metallinnung Stuttgart mit der Grund- und Hauptschule Stuttgart-Plieningen, die mit einem Festakt offiziell startet, hat einen längeren Vorlauf. Seit drei Jahren arbeitet das Metallhandwerk in einem Stuttgarter „Arbeitskreis Hauptschule“ zur Berufsorientierung aktiv mit. Schulsozialarbeiter, Mitarbeiter der Bezirksverwaltung, Mitglieder der Metallinnung und des örtlichen Gewerbevereins saßen dort zusammen, um Ideen und Konzepte für die Berufswegeplanung der Jugendlichen zu entwickeln. Manches davon findet sich nun in dem Kooperationsvertrag wieder, der zwischen der Innung und der Schule geschlossen wurde.
In den Jahrgängen 7 und 8 erhalten die Schüler und Schülerinnen Einblicke in die Vielfalt der Metallberufe. Ein Vertreter der Metallinnung stellt im Unterricht Metallberufe vor und beantwortet Fragen. Auch beim Berufswegespiel „ready-steady-go“, das in den achten Klassen sehr beliebt ist, zeigt das Metallhandwerk Flagge: Die Jugendlichen können mit Unternehmensvertretern realistische Bewerbungsgespräche simulieren. Die Eignungstests, die in diesem Zuge auch angeboten werden, bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, eine Eignungsbescheinigung zu erhalten, die sie später für Bewerbungen brauchen. Im Jahrgang 9 ist eine Projektarbeit im Fach Deutsch geplant. Konkrete handwerkliche Projekte ermöglichen es den Schülern und Schülerinnen, ausgewählte Ausbildungs- und Fertigungsprozesse von Metallberufen kennen zu lernen.
Nicht nur die Schüler, auch die Eltern und Lehrer sind im Fokus der Bildungspartnerschaft. Rainer Schauder: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Lehrer sehr wenig über unsere Metallberufe wissen. Deswegen wollen wir die Vielfalt und das hohe technologische Niveau des Metallhandwerks für sie sichtbar machen.“ Beispiele aus der Praxis und wichtige Ausbildungsinhalte sollen so präsentiert werden, dass auch diese Zielgruppen ein zeitgemäßes Verständnis von Metallberufen entwickeln.
Diese erste Bildungspartnerschaft in Stuttgart wird von Rainer Schauder intensiv betreut. Und weitere sollen folgen. Die Innung und der Landesverband sehen diese Partnerschaft als eine gute Möglichkeit, aus den Erfolgen und Schwierigkeiten zu lernen. Rainer Schauder: „Es ist nämlich für das Metallhandwerk in Baden-Württemberg wichtig, dass wir in Zukunft in den Schulen den Fuß in der Tür haben.“
Kontakt
Rainer Schauder
Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg (UVM)
Schönestr. 35 / 1
70372 Stuttgart
Tel.: 0049(0)711-954729-29
E-Mail: r.schauder@metall-verband.de
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